Hannah Häffner: «Die Riesinnen» & Julia Weber: «Weil ich Ruth bin»
19 Uhr

09.06. 19:00 – 20:30
Ruth, die Protagonistin in Webers neuem Roman, ist anders als andere. Sie kommt mit einem Fell zur Welt wie schon ihre Mutter und ihre Grossmutter. Und sie hat «die Kraft». Sie kann Gewitter aufziehen lassen, Bäche zum Versiegen bringen und Menschen vorübergehend in Tiere verwandeln. Die Menschen sehen bei ihr das Glück, was sein könnte und nicht ist, was sie vergessen haben und jetzt vermissen. Und Ruth hilft mit ihrer Kraft auch denen, die Gewalt erleben.
Auch die Riesinnen in Häffners Roman wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft im Schwarzwald passen. Gross und dünn überragen sie alle. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Häffner erzählt in ihrem überraschenden Debüt die Geschichte dreier Frauen von den 60er Jahren bis heute.
Moderation: Leadora Illmer und Maria Marggraf
Körper erzählen
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe «Körper erzählen»: Wie werden Körper erzählt? Wie prägen diese Erzählungen unsere manchmal widersprüchlichen Körpererfahrungen? Und wie werden Weiblichkeiten erlebt, bearbeitet und durchquert?
In unserer Veranstaltungsreihe «Körper erzählen» laden wir dazu ein, diesen Fragen anhand einer Konstellation aus aktuellen, klugen, ästhetisch selbstbewussten, kraftvollen und zarten Texten zu Genealogien, Körpererfahrungen und Gewaltverhältnissen gemeinsam nachzugehen. In den vielstimmigen Antworten geht es nicht nur um Kritik und Irritation der bestehenden Verhältnisse, sondern auch darum, Ambivalenzen auszuloten und Alternativen zu erproben. Themen wie Mutterschaft, Älterwerden, Sexualität und schmerzhafte Körpererfahrungen, die zu lange als zu banal galten, um in einen literarischen Kanon aufgenommen zu werden, finden ihren Weg in ein gemeinsames Erinnern oder in einen Dialog. Mittels Perspektivwechsel und Verrückung werden neue Eindrücke ermöglicht und kollektive Zusammenhänge eröffnet, die auf ein feministisches und solidarisches Miteinander hindeuten.
Eine Kooperation mit dem Literaturhaus Basel.
Foto: Julia Weber, © Ayse Yavas, 2025 (links) & Hannah Häffner, © Tanja Kernweiss (rechts).



