11–18 Uhr | Eintritt frei | Kunsttage Basel
Die über drei Meter hohe Installationen des französisch-kamerunischer Künstlers Lamyne M. erinnern an Königinnen des europäischen Mittelalters, oder lassen vielleicht an Basels historische Verstrickungen in die globale Farb- und Textilindustrie denken. Sicherlich setzen sie ein Zeichen für nachhaltige Mode und Konsum. In einer polarisierten Welt sind die Grandes Robes von Lamyne M. Ausdruck unserer radikalen Verbundenheit. Sie verbinden Regionen, Kulturen und Vorstellungswelten, die manche als unvereinbar betrachten, und zeigen Möglichkeiten des Dialogs auf. Gleichzeitig stellen die reichen Stoffe vielfältiger Herkunft den Mythos der Reinheit und Abgeschlossenheit von Kultur in Frage. Oder, besser gesagt, sie machen der Vielfältigkeit Platz. In Kasachstan hat sich Lamyne M. mit dem Austrocknen des Aralsees und der an ihn angrenzenden Baumwollfelder beschäftigt. Mit lokalen Designer*innen, Arbeiter*innen und Aktivist*innen hat er Roben gefertigt und macht unter anderem auf die verheerenden Folgen der Textilindustrie aufmerksam.
Am 30. August wird die Installation mit der Performance «Page Blanche», die sich mit dem Recht auf freie Meinungsäusserung befasst, aktiviert und erweitert.
Für die Kunsttage ausgewählt von Kadiatou Diallo.
LAMYNE M. (*1977) ist ein französisch-kamerunischer Bildender Künstler, Performer und Szenograf, dessen Arbeiten Textilkunst, öffentliche Performances und monumentale Installationen vereinen. Er arbeitet kontinentübergreifend – von Europa über Afrika und Asien bis in die Amerikas – und beschäftigt sich mit Themen wie Erinnerung, Identität, Erbe und Migration.
Erzählungen entstehen im Zusammenspiel von Fragmenten – von Erinnerungen, Materialien, Perspektiven. «Spinning Tales» verweist auf diesen Prozess des Verwebens, in dem scheinbar getrennte Fäden miteinander verbunden werden. Die Kunsttage 2025 nehmen diese Idee für das Programm in der kHaus-Plaza auf und setzen sich in unterschiedlichen Angeboten mit der Frage auseinander, wie Narrative entstehen, sich überschneiden oder auflösen.
Bild: Les Grandes Robes, courtesy © Lamnye M., via Kunsttage Basel.