- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Manuel Gerst: Die Verwandlung
20 Uhr

29.03. 20:00 – 21:00
Es ist der berühmteste Romananfang der modernen Literatur. Gregor Samsa erwacht eines Morgens in ein riesiges Ungeziefer verwandelt. Das Mitleid seiner Familie schlägt bald in Entfremdung und Aggression um. Die letzten Anker zur Sphäre des Menschlichen sind das Geigenspiel seiner geliebten Schwester und das erotisch aufgeladene Bild einer Dame im Pelz. Samsas Tod ist am Ende eine Erlösung für alle.
Manuel Gerst, ehemaliges Mitglied der Kult-Performancegruppe Monster Truck, verwandelt Kafkas Erzählung in ein verwegenes Theaterereignis. Im Mittelpunkt seiner Inszenierung steht die Figur des tragischen Käfers, der erneut in einen Prozess der Verwandlung eintritt. Referenzen zu Junggesellen-Abschieden treffen auf Aktionskunst und Destruction-Art, Kafka auf Ayn Rand, Joseph Beuys auf Judith Butler. Gerst liest Kafkas Parabel als eine Geschichte über Behinderung.
Die kollektive Verwandlung entpuppt sich dabei mehr und mehr als eine kühne Wette auf die Kunst. Am Ende ist es egal, welche Position das Publikum einnimmt – die Delle bleibt die gleiche. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Apfel.
Der Käfer wird vor (18.–26.3.) und nach der Aufführung (29.3.–12.4.) im Museum Tinguely ausgestellt sein.
Das Nachgespräch zur Aufführung findet am So, 29.3.26 um 15.30 Uhr unter dem Titel «Kunst und Zerstörung» im Museum Tinguely statt.
Mit: Manuel Gerst (Künstler), Mascha Madörin (Ökonomin und Pionierin der feministischen Wirtschaftswissenschaften) und Roland Wetzel (Direktor Museum Tinguely). Moderation: Boris Nikitin (Dokumentartage).
Foto: Keyvisual «It’s The Real Thing»
Alle Angaben ohne Gewähr, Änderungen vorbehalten: Bitte überprüfe die Veranstaltungsdetails bei den genannten Veranstalter*innen, diese sind jeweils verlinkt. Veranstaltungen, an denen AoI direkt beteiligt ist, sind entsprechend gekennzeichnet.



